Was ist Diabetische Retinopathie?

Bei Diabetes mellitus - der „Zuckerkrankheit“- greifen die veränderten Zuckerspiegel über viele Jahre die Blutgefäße des Körpers an. Da die Organe auf gesunde, funktionierende Blutgefäße angewiesen sind, können in einem zweiten Schritt Veränderungen an grundsätzlich allen Organen des Körpers folgen. Das Risiko solche Veränderungen zu bekommen, steigt im Laufe der Jahre an; eine gute Einstellung des „Zuckers“ senkt es!

Die Netzhaut im Inneren des Auges kann selbst von einer solchen Veränderung, der „Diabetischen Retinopathie“ befallen werden und ihr Zustand gilt als wichtiger Hinweis auf den Zustand anderer Gefäßgebiete im Körper, die nicht direkt betrachtet werden können.

Im Frühstadium fallen einzelne Gefäße aus; gleichzeitig entstehen kleine Gefäßanomalien („Mikroaneurysmen“) und Blutungen in der Netzhaut. In weiten Teilen der Netzhaut können diese Veränderungen auftreten -und auch erheblich zunehmen- ohne Symptome zu verursachen und so bemerkt zu werden. Wird jedoch die Netzhautmitte betroffen (Maculopathie!) kann früh eine Netzhautschwellung mit Verschlechterung der Sehschärfe („Maculaödem“) auftreten.

Unbehandelt nimmt die Maculopathie allmählich an Schwere zu und in den anderen Gebieten der Netzhaut erkranken die Blutgefäße schließlich so weit, dass der Körper versucht, die Durchblutungsstörungen durch die Bildung neuer (minderwertiger) Blutgefäße zu beheben (proliferative Retinopathie“). Selbst dieses Stadium kann (fast) ohne Symptome erreicht werden. Die Blutgefäße sind jedoch die Ursache für das heute seltene schwerste Erkrankungsstadium mit Blutungen ins Innere des Auges und der Gefahr einer Netzhautablösung.

Wie kann man die Diabetische Retinopathie entdecken?

Es besteht keine sinnvolle Chance, die Diabetische Retinopathie durch Symptome zu entdecken!

Bei jeder Art Veränderung sind die Behandlungsaussichten umso besser, je früher sie entdeckt wird.

Daher gilt folgende Empfehlung:

(auf Basis der großen wissenschaftlichen Untersuchungen über den Verlauf der Diabetischen Retinopathie)

• Jeder Diabetiker sollte den Augenhintergrund  1x jährlich untersuchen lassen.

• Während einer Schwangerschaft oder bei eingreifenden Behandlungsumstellungen können Kontrollen auch öfter als 1x jährlich notwendig sein.

• Werden frühe Erkrankungsstadien gefunden, werden je nach Schweregrad der Erkrankung 3-,6- oder 9-monatliche Kontrollen empfohlen.

• Neuerdings kann eine spezielle Augenhintergrundkamera („OPTOS“) durch Fotografien riesiger Teile des Augenhintergrundes helfen, die Verlaufskontrolle genauer zu machen und im Einzelfall auch die Pupillenerweiterung zu vermeiden.

Wie kann man die Diabetische Retinopathie behandeln?

Bestrahlung der Netzhaut mit dem Laserstrahl

Die am meisten verwendete Behandlungsmethode ist die gezielte, dem Erkrankungsstadium angepasste Bestrahlung der Netzhaut mit dem Laserstrahl. Hierdurch kann bei Gefäßausfällen das Durchblutungs-gleichgewicht wiederhergestellt werden und in bestimmten Fällen der Makulopathie können undichte Blutgefäße verödet werden um die Netzhautschwellung zu vermindern.

Operation im Inneren des Auges am Glaskörper

In bestimmten Fällen der Erkrankung kann eine Operation im Inneren des Auges am Glaskörper und der Netzhaut durchgeführt werden.

Injektionsbehandlung

Seit Januar 2011 verfügen wir über eine neue Injektionsbehandlung  mit der die Netzhautschwellung ausgetrocknet werden kann. In der nahen Zukunft werden Medikamente erwartet, die in Tablettenform den Verlauf der Retinopathie abmildern können.

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Wie diabetische Retinopathie das Sehen verändern kann, zeigt ein Film der Woche des Sehens 2012:

Stand: Mai 2018